Digitale Kommunikation

Die Chance ergreifen

Digitales Gezwitscher!

“Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world.”

So stellt sich Twitter auf twitter.com selbst vor. Twitter ist in den letzten paar Monaten wirklich explosionsartig zu einem neuartigen und weltweit bekannten digitalen Tool geworden. Sogar Stars und Sternchen lassen sich das Gezwitscher nicht entgehen und teilen so der Welt mit, was bei ihnen los ist, was sie denken, oder was sie beschäftigt. Twitter ist etwas zwischen E-Mail und Blog. Man schreibt Freunden selten eine E-Mail um zu erzählen, dass man nun Essen geht. Twitter ermöglicht gerade diese kurzen Nachrichten und trägt dazu bei, dass Menschen mehr voneinander und ihrem Leben erfahren.

Was ist Twitter? Twitter ist ein Tool mit dem man Nachrichten empfangen und senden kann. Die Nachricht kann dabei 140 Zeichen nicht überschreiten. Man kann Nachrichten empfangen und teilen, die von Freunden kommen, von Bekannten, von der Organisation für die man sich interessiert oder auch von komplett unbekannten Personen, die das Twitter-Leben mit einem teilen wollen. Als “Twitterer” kann man sich selbst aussuchen, welches Update von welcher Person man empfangen will und welches nicht. Also mit anderen Worten: Welche Personen man “verfolgen” will. Nachrichten können nun an die GANZE Twitter-Gesellschaft geschickt werden, halb-öffentlich an ausgewählte User oder auch ganz privat von einem User zum anderen. Hierbei ist anzumerken, dass Twitter längst auch den Schritt aufs Handy geschafft hat und man auch egal wo man sich befindet die neusten Tweets (Updates) checken kann. Twitter Befürworter reden davon, dass Twitter den Menschen gutes Schreiben und eine gute Ausdrucksweise beibringt. Ihrer Meinung nach würden Twitterer lernen, schneller auf den Punkt zu kommen und nicht unnötig abzuschweifen. Dies liegt an der begrenzten Wortzahl, die auch schon vom Handy bekannt ist. Allerdings kann dies meiner Meinung nach auch gefährlich werden, da viele neue Abkürzungen entstehen, die die Sprache verkümmern lassen könnten.

Was kann Twitter erreichen? Twitter hat die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren verändert. So wurden etwa über Twitter Spendeaktionen angeleiert oder auch Hilfeaktionen aufgrund einer Naturkatastrophe organisiert. Der Einfluss den Twitter dabei hat, ist enorm groß.

Generell:  Twitter ist generell ein riesiges “mobile social network”, das ermöglicht, Leute und Organisationen und viele andere zu verfolgen. TIME Magazine spricht von  Twitter als “one of the fastest-growing phenomena on the internet”. Oder weiter: “Twitter is on its way to becoming the next killer app”. Twitter ist also ein sehr neues Tool, das mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und dass die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren verändert und revolutioniert. TIME Magazine schreib in dem sehr interessanten Artikel “How Twitter will change the way we live”, dass “Twitter serves as the best poster child for this new model of social creativity in part because these innovations have flowered at such breathtaking speed and in part because the platform is so simple.”
Man kann Ideen und Informationen einfach austauschen, mit Leuten in Kontakt treten oder einfach aus Neugierde verfolgen, wie sich etwas entwickelt.

Wie kann Twitter in Organisationen verwendet werden? Barack Obama ist wohl eins der besten Beispiele dafür, wie Twitter sogar für eine Kampagne verwendet werden kann. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, zu Aktionen aufzurufen und um Geld zu sammeln – Twitter ist ein sehr vielseitiges Tool, dass für Vielerlei eingesetzt werden kann. Dabei überschreitet es die Möglichkeiten anderer Social Networks. Aber auch für kleinere Organisationen kann Twitter ein hilfreiches Tool sein. So können z.B. auch Kirchen Twitter dafür verwenden ihren Gemeindemitgliedern alle wichtigen Informationen nahezubringen und mit ihnen auch außerhalb der “normalen” Kommunikationswege in Verbindung zu treten. Dr. Benedikt Köhler spricht davon, dass Twitter als ein weiteres Kommunikationstool, neben Handy und anderen Tools, für ein Unternehmen hinzukommt. Seiner Meinung nach können über Twitter geschickt Anfragen gestellt werden und gegebenenfalls erhält man sehr nützliche Antworten, die einen weiterbringen. Verwiesen sei an dieser Stelle auch zu Sannes Blogeintrag “Das hat mir ein Vöglein gezwitschert…”, da sie sehr schön mögliche Vorteile von Twitter für Unternehmenskommunikation aufzählt.

In Sannes Blogeintrag könnt ihr auch weitere Nachteile von Twitter nachlesen. Sie sagt: “Natürlich können mit der Nutzung von Twitter auch einige Gefahren für ein Unternehmen einhergehen. Da man daran gewöhnt wird, nur kurze Informationsbrocken zu liefern und das in einem eher lockeren Ton, können sich relativ schnell Fehler einschleichen. Man könnte außerdem ungewollt ein negatives Image hervorrufen, wenn Nachrichten zu langweilig oder unseriös wirken.” Allerdings beschreibe Sanne auch, welche Vorteil Twitter für ein Unternehmen bringen kann.Weitere Beispiele dafür, wie Unternehmen Twitter einsetzen, könnt ihr in folgendem  sehr interessanten und passenden Video sehen:

Musiker verwenden Twitter um der Welt von neuen Konzerten, Alben oder neuen Songs zu berichten. John Mayer hat so z.B, live von den Grammies getwittert und hat es somit der Welt ermöglicht an diesem Event indirekt teilzuhaben. Auch Fluggesellschaften greifen auf Twitter zurück, um etwa besondere Reiseangebote anzubieten.

Warum sollte eine Organisation Twitter verwenden? – Um in mit ihren Kunden in Kontakt zu treten; – Um Antworten auf deren Fragen zu geben; – Um das Image einer Firma aufzubessern bzw. am Image zu arbeiten; – Um einen weiteren Weg für Werbung wahrzunehmen, usw.

Wie unterscheidet sich Twitter von Facebook? Ich werde sicherlich noch zu einem späteren Eintrag mehr über Social Networks berichten. Trotzdem sei an dieser Stelle bereits einer der Hauptunterschiede aufgelistet. Facebook ist kein offenes Network, Twitter schon. Das heißt, dass auf Facebook nur Leute, denen man erlaubt hat den Status zu verfolgen, dieses Update zu Sicht bekommen. Bei Twitter kann die ganze Welt die Updates oder die Gedanken lesen. Aber auch hier kann man natürlich dafür sorgen, dass nicht jeder alles was man schreibt lesen kann. Dennoch ist dies bei Twitter eher unüblich.

Pros and Cons: Was sind demnach also noch einmal zusammengefasst klare Vorteile von Twitter: Es ist einfach zu verfolgen, was Stars und Sternchen tun oder auch Freunde, Bekannte oder Organisationen. Twitter ist sehr einfach zu bedienen und ermöglicht direkte und schnelle Suche von Informationen.

So sieht die Startseite von Twitter auf twitter.com aus:

In die Suchleiste lassen sich alle beliebige Namen und Organisationen etc. eingeben. Dann wird man direkt zu allen Kommentaren gebracht, die zu dem Suchbegriff passen. Persönliche Vorteile von Twitter sind Spaß, Personal Branding, interessante Leute können kennengelernt werden, Partner können über Twitter gesucht und gefunden werden, man kann Sprachkenntnisse erweitern, Verlinkungen zum eigenen Blog etc. setzen, usw.

Klare Nachteile von Twitter sind jedoch auch zahlreich. So twittern manche Menschen wirklich ALLES inzwischen und das überall. Das ist nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. So twittern viele auch während des Autofahrens was zu Unfällen führen kann. Außerdem werden Gerüchte in Sekunden auf der ganzen Welt verbreitet. Kann man jemand dafür verklagen, wenn derjenige falsche Tatsachen im Internet verbreitet hat? Wie ist das geregelt? Stalking wird einfacher, da alles publik ist. Natürlich könnte nun der ein oder andere sagen, wenn man nicht will, dass die Informationen weltweit erscheinen, sollte er einfach nicht zu Twitter gehen…Aber was, wenn man nicht weiß, dass man gestalkt wird? Also auch Kinder, die schon Twitter haben, sind der Öffentlichkeit und somit auch gefährlichen Menschen ausgesetzt. Und das auch Kinder mehr und mehr digitale Tools verwenden, ist seit des Handys ja klar. Twitter wird von Journalisten und anderen Medienakteuren verwendet. Auch hier kann schnell falsche oder nur bedingt recherchierte Information verbreitet werden. Es werden auch Rechte verletzt, wenn private Informationen eines anderen verbreitet werden. So war es auch beim Amoklauf von Winnenden der Fall, als sich viele Journalisten nicht nur über Twitter informiert haben, sondern sich auch mehr oder weniger verplappert haben. Dabei wurde keinerlei Rücksicht auf Rechte oder Verluste genommen.

Twitter stellt demnach zwar ein aufregendes neues Tool dar, man sollte aber vorsichtig damit umgehen und auch Informationen hinterfragen oder doppelt checken. Das durch Twitter die Kommunikation der Menschen untereinander verändert und erweitert wird, ist keine Frage.

Twitter und CTO: Twitter ist einfach zu bedienen und sehr übersichtlich strukturiert. Außerdem ist es wohl mit eins der aktuellsten Tools und man kann schnell erfahren, was neu ist und eben erst gepostet wurde. Content: Twitter kann dann Informationslöcher entstehen lassen, wenn Informationen nur teilweise und nicht umfassend genug verbreitet werden. Wie bereits erwähnt, ist das ist sehr gefährlich. Ich vermute, dass Abkürzungen und Begriffe, die nicht jedem bekannt erscheinen, ebenfalls verwendet werden, besonders unter dem Aspekt, dass man nur 140 Zeichen zur Verfügung hat. Auch die Qualität der Nachrichten und Informationen ist sehr fraglich, da jeder twittern kann und zwar alles was er/sie will. Hier ist viel Sorgfalt und Vorsicht geboten. Technik: Wichtig ist, dass man nicht vergisst, dass auch Twitter nicht für jegliche Art von Information der richtige Weg zur Verbreitung ist. Besonders Medienakteure sollten hier vorsichtig sein. Es ist oftmals besser, auf “herkömmliche” Informationsvermittlung zurückzugreifen und Informationen zu prüfen. Organisation: Terminabsprachen, können zwar über Twitter gemacht werden, jedoch ist Twitter für solche Fälle nicht wirklich ein geeignetes Tool. Hier bieten sich interne Teamseiten oder Emails viel mehr an. Wie etwa google.docs oder Email.  Twitter ist zu öffentlich, um private Absprachen ebenfalls darüber zu regeln. Die Informationen werden bei Twitter in sekundenschnelle verbreitet. So war der Tod von Michael Jackson hier sofort überall bekannt. Auch der Information Overload ist ein zunehmendes Problem. Durch eine sehr hohe Anzahl von Tweets und Informationen passiert es, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Wenn man nicht gezielt sucht, kann es ebenso schwierig sein an geeignete Informationen zu gelangen bzw. sie zu finden. Wie gesagt sind tausende von Informationen und verschiedene Sichtweisen einsehbar. Die Archivierung von Tweets ist generell möglich, da die Nachrichten dauerhaft gespeichert sind, allerdings wird die Suche nach bestimmten Tweets deutlich erschwert, da man in der “History” hochscrollen muss.

Wissensweitergabe: Wie bereits vor meinen Betrachtungen angenommen, ist Twitter für eine fundierte Wissensweitergabe nicht geeignet. Mit fundierter Wissensweitergabe ist die Art von Wissen gemeint, die über das gewöhnliche  Alltagswissen und Alltagsinformationen hinausgeht. Ähnlich wie social networks dient Twitter der Alltagskommunikation bzw. dem Austausch kürzerer Nachrichten. Oftmals ist bei Twitter ja das Problem, dass viel Wissens”Müll” in den Umlauf gelangt. Um Unternehmenskommunikation zu betreiben, würde Twitter maximal für kurze Nachrichten/Informationen hilfreich sein. Schwierigere Fragestellungen sollten mit Hilfe eines anderen Tools behandelt werden.

Quellen: L. Fitton, M. Gruen, L. Poston (2009): Twitter for Dummies; Indianapolis: Wiley Publishing Inc.; G. Blank (2009): Das Internet verplappert sich. Aufgerufen am 3.01.2010: http://www.stern.de/digital/online/amoklauf-von-winnenden-das-internet-verplappert-sich-657495.html; M. Sekulla (2009): Der Krawattentraeger – 17 Vor- und Nachteile von Twitter. Aufgerufen am 3.01.2010: http://krawattentraeger.de/2009/07/14/17-vorteile-nachteile-twitter/

TIMES Magazine Artikel: URL: http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1902604-1,00.html

youtube-video: http://www.youtube.com/watch?v=ypKvIqu7klY

Januar 4, 2010 - Geschrieben von | Uncategorized

4 Kommentare »

  1. [...] kann jedem, der noch einmal genauer nachlesen möchte, was Twitter ist, empfehlen, auf Doris Blog vorbeizuschauen. Hier befindet sich zudem noch ein weiteres Video, in dem der Einsatz dieses Tools [...]

    Pingback von Das hat mir ein Vöglein gezwitschert… « Sanne`s Blog | Januar 17, 2010 | Kommentar

  2. [...] aber im Sinne der Wissensdokumentation keine Wichtigkeit hat, möchte ich euch an dieser Stelle auf Doris Artikel dazu aufmerksam machen. Sie hat sich ausführlich damit befasst und ihre Meinung zu dem Thema ist [...]

    Pingback von Twitter…und wie zwitscherst du? « Kommunikationsprobleme | Januar 20, 2010 | Kommentar

  3. [...] anbelegt spielt Twitter jedoch keine Rolle. Deswegen habe ich in meinem Artikel auch nur auf Doris Beitrag verwiesen, beziehungsweise sie zitiert. Mehr dazu in meinem [...]

    Pingback von Zusammenfassung « Kommunikationsprobleme | Januar 24, 2010 | Kommentar

  4. [...] weniger taugen. Ebenso verhält es sich mit den Instant Messengern wie ICQ oder Skype, aber auch Twitter. Dori, Doro und Sanne haben diese Anwendungen thematisiert. Bleiben noch die Google Groups/Google [...]

    Pingback von Knowledge Management » Blog Archive » Was gibt es sonst noch so? | Januar 28, 2010 | Kommentar


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