Digitale Kommunikation

Die Chance ergreifen

Friend request – confirmed! Status: enjoying the day off!

So oder ähnlich könnte die “Home”-page bei Facebook aussehen.

Es ist erstaunlich, wie viele Leute Facebook haben (im Oktober 2009 waren es bereits über 5 Millionen Facebook-Nutzer in Deutschland). Und wenn sie nicht Facebook haben, dann den deutschen “Abklatsch” StudiVZ. Ich muss nun einfach etwas noch über Facebook schreibe. Da ich ja selbst fast jeden Tag Facebook benutze, kann ich es nicht lassen auch dieses digitale Tool schnell etwas unter die Lupe zu nehmen. ;-)

Beim Nachdenken und Recherchieren über dieses Thema, ist mir dann irgendwie aufgefallen, dass auch Facebook zur Wissensweitergabe verwendet werden kann. Allerdings muss dies mit Vorsicht genossen werden. Doch hierzu an späterer Stelle mehr. Außerdem muss gleich dazu gesagt werden, dass es sich hierbei nicht um komplexes Wissen handeln kann, sondern eher um Alltagswissen oder einfach verstehbares Wissen. Für spezielleres Wissen, eignet sich meiner Meinung nach Facebook kaum. Facebook wurde erstrangig auch nicht zur Vermittlung von komplexem Wissens entwickelt, sondern um mit Mitmenschen in Kontakt zu treten, Freunde zu finden und weltweit Kontakte halten zu können. Schauen wir uns doch mal auf einen Blick Vor- und Nachteile von Facebook an:

Vorteile: Die Internationalität ist sicherlich ein großer Pluspunkt von Facebook. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anwendungen von Drittanbietern. Facebook gilt gegenüber StudiVZ als technologisch überlegen. Soziale Kontakte können gehalten werden; Aufbau eines sozialen Netzes wird möglich; Leute können gefunden werden, die man lange schon nicht mehr gesehen hat bzw. mit denen man schon länger nicht mehr geredet hat; Informationsaustausch mit vielen Leuten wird ermöglicht, was wiederum ein großes kollektives Wissen entstehen lässt. Achtung: Wie schon etwas weiter oben beschrieben, ist dieses Wissen aber auch kritisch anzusehen, da es oftmals nur weitergegebenes Halbwissen ist. Ein weiterer Bonus ist, dass Facebook oder auch generell Social Networks, viele Tools vereinen. So bieten sie beispielsweise eine zusätzliche Chatfunktion an, die als Messenger genutzt werden kann. Mit Hilfe dieser Tools, kann man viele Nutzer erreichen.

Nachteile: Die Preisgabe sensibler Daten, wie z.B. Fotos, ist auf all den Internetplattformen ein Problem. So kommt es häufig zu Diskussionen über möglichen Missbrauch, woraufhin viele Leute ihren Account entfernen. Durch die “Transparenz” der Daten entsteht eine eingeschränkte Intimsphäre. Hier könnt ihr bei PC-Welt nachlesen, wie ihr eure Datenschutzeinstellungen am besten einstellt, sodass die Privatsphäre beachtet wird und dass ihr euch in einem internationalen Social Network nicht, Zitat PC-Welt, “der Lächerlichkeit preis” gebt. Bestimmt hat der ein oder andere auch Geschäftspartner in seiner Freundesliste stehen. Die Gefahr, dass man private Angelegenheiten mit geschäftlichen vermischt, ist deshalb dementsprechend groß. PC-Welt will mit ihrem Artikel dazu beitragen, dass Facebook ganz ungewollt zum Karrierekiller wird. Auch muss man aufpassen, welche Bilder etc. man von sich preis gibt, da auch schon zukünftige Arbeitgeber bereits Facebook verwenden, um mehr über potenzielle Angestellte zu erfahren. Auch Zeit.de beschreibt dieses in ihrem Artikel: “Chefs prüfen Bewerber in Sozialen Netzwerken”.

Facebook ist aber viel mehr als nur ein “Social Network for friends”. Natürlich ist das das erste an das man denkt, wenn man Facebook hört, aber in diesem Beitrag möchte ich nun noch auf einen anderen Aspekt eingehen. Ich will erläutern, wie z.B. NGOs Facebook verwenden können. Für NGOs stellt Facebook eine ganz neue Chance dar. Im Kern geht es darum, dass Facebook inzwischen eine so große Reichweite aufweist, dass NGOs dieses soziale Netzwerk nur noch schwerlich ignorieren können, sondern stattdessen als zusätzlichen Kanal nutzen sollten. Gleichzeitig kommt aus den USA eine neue Studie hinzu, die besagt, dass bereits ca. 40% der Facebook-Nutzer auf Facebook Fan einer Marke werden. (Siehe hierzu das folgende Schaubild aus der Studie)

Die Chance demnach zusätzliche und bestehende Unterstützer der eigenen NGO auch bei Facebook zu erreichen, ist also hoch. Warum sollten Firmen also über Facebook gehen? Ganz einfach, Facebook erreicht sehr viele Menschen weltweit. Dabei sind die Nutzergruppen sehr heterogen. Die Leute, die auf Facebook einen Account haben, tragen auch oftmals sehr viel zum “Traffic” auf Facebook bei. Es ist kostenlos und einfach zu bedienen. Weltweit hat Facebook ca. 300 Millionen Nutzer. Die Nutzerzahlen steigen immer noch an. Auf Facebook ist die Interaktion gesichert. Das bedeutet, dass jeder, der gerne auf Facebook surft, auch sehr viele Aktionen von sich aus wahrnimmt und dabei viel “rumkommt” und viel entdecken kann. Das erhöht die Chance darauf entdeckt zu werden. Außerdem bietet Facebook zahlreiche Schnittstellen. Der Aufbau und die Pflege eines Fan-Profils ist sehr einfach. Man kann sich ein Profil als Fan-Seite erstellen. Die Pflege erfolgt über das normale Facebook-Profil. Hierzu sind keinerlei Programmierkenntnisse notwendig. Ein weitere Bonus von Facebook ist, dass man die Seite sehr einfach mit Twitter oder rss-feeds verknüpfen kann. Da Facebook auch mobil verwendet werden kann, ist eine Live-Berichterstattung von Veranstaltungen z.B. ohne weitere Schwierigkeiten möglich.

Hier ein lustiges Video zu Facebook-Benutzung. Viel Spaß:

Facebook/ Social Networks und CTO-Modell:

Content: Dass es in einem Social Network zu gewissen Informationslöchern kommen kann, ist vorprogrammiert. Leider schnappt man häufig nur Teile einer bereits laufenden Diskussion auf. Außerdem ist Facebook auch nicht die geeignetste Plattform, um grundlegendes und tief fundiertes Wissen auszutauschen. Dem stimmt auch Sarah in ihrem Post zu. Sie schreibt: “Trotz all dieser Möglichkeiten werden über diese Networks sicher keine komplexen Sachverhalte oder Inhalte weitergegeben, dennoch kann angenommen werden, dass trivialeres Wissen vor allem mit sozialem Bezug oder auch Alltagswissen dort ausgetauscht wird.” Social Networks sollen dazu helfen, mit Mitmenschen in Kontakt zu treten und in Kontakt zu bleiben. Hier kann also nicht erwartet werden, dass das Netzwerk elementar zur Wissensvermittlung verwendet wird. Ausgeschlossen ist es dennoch nicht. Allerdings, aus persönlichen Erfahrungen, sind Messages, die auf Facebook verteilt werden, meist trivial. Demzufolge haben die einzelnen Facebook-Nutzer auch einen verschiedenen Wissensstand. Dieser kann stark variieren. Um demnach wichtige Informationen auszutauschen, bzw. zu vermitteln, sollte klar sein, welchen Wissensstand die Zielperson/Empfänger hat. Ansonsten kann Kommunikation nur misslingen.  Natürlich handelt es sich bei Social Networks nicht um eine Plattform um Wissen zu erlangen und hoch zu stellen. Von dem her ist es auch nicht angebracht, Informationen von Facebook etwa für wissenschaftliche Arbeiten zu verwenden. Das “Wissen” bzw. die Informationen, die auf Facebook ausgetauscht werden, sind nur Alltagswissen und alltagstauglich.  Die Qualität der Informationen ist demnach nicht gesichert.

Social Networks garantieren jedoch immer: Aktualität und eine einfache Systematik!

Technik: Auch hier muss das digitale Tool, in diesem Fall Social Networks, zum Ziel der Wissensweitergabe passen. Tut es das nicht, muss ein anderes Tool gewählt werden. Wie bereits beschrieben passen Social Networks nicht zu einer fundierten Wissensweitergabe. Hierfür gibt es vielerlei Alternativen. Die Leseberechtigung der Informationen lässt sich steuern. So lässt sich die Allgemeinheit vom Lesen des eigenen Profils bzw. der Nachrichten leicht ausschließen.

Organisation: Die Ordnung kann über ein Social Network dann gehalten werden, wenn man sich mindestens so viel damit beschäftigt hat, dass man Struktur und Aufbau kennt und wenn man dann regelmäßig “checkt” ob es neue Anfragen, Einladungen, Mitteilungen, etc. gibt. Terminabsprachen können meiner Meinung nach sehr gut über dieses Tool realisiert werden. Man kann dabei zwischen einer persönlichen Nachricht oder einem Wall-Post wählen. Außerdem kann man ganze “Veranstaltungen” organisieren und Leute dazu einladen. Zu dem berüchtigten Informationoverload kommt es nur dann etwa, wenn man die Chatfunktion mit mehreren Leuten gleichzeitig verwendet und nebenher noch etwa weitere Nachrichten verfasst bzw. liest.

Wissensweitergabe: Wie bereits erwähnt sind social networks in erster Linie nicht dazu geeignet fundiertes bzw. kompliziertes Wissen weiterzugeben. Social networks dienen dazu Kontakte zu pflegen und knüpfen. Andere Tools wären hier sicher geeigneter.

Quellen: http://www.readwriteweb.com/archives/survey_brands_making_big_impact_on_facebook_twitter.php

PC-Welt: Die 10 wichtigsten Datenschutzeinstellungen: http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/online/194716/die_10_wichtigsten_datenschutzeinstellungen/

Zeit-online: Chefs prüfen Bewerber in sozialen Netzwerken: http://www.zeit.de/online/2009/35/Firmen-Bewerber-Internet?page=all

Youtube-Video: URL: http://www.youtube.com/watch?v=fpaxaxEWMSA

Bildquelle: Facebook – Homepage: eigenes Profil abfotografiert

Januar 19, 2010 - Geschrieben von | Uncategorized

1 Kommentar »

  1. [...] achten, welche Informationen man von sich selbst in den Networks preisgeben will. Dori hat in ihrem Beitrag hierzu auch einen sehr interessanten Aspekt aufgegriffen, nämlich die Gefahren, die Soziale [...]

    Pingback von Kenne ich dich etwa? « Muarnha's Weblog | Januar 24, 2010 | Kommentar


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